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Gründung der Genossenschaft „EnergieZukunft WEIZplus eGen“

© EnergieZukunft WEIZplus eGen

Die Region WEIZplus besteht aus 41 zusammenhängenden Gemeinden, wovon alle Gemeinden am Klima- und Energie-Modellregionen-Programm (KEM) des österreichischen Klima- und Energiefonds teilnehmen. Der Energieverbrauch der Region mit ca. 120 000 Einwohner*innen, über 5 000 Betrieben – davon mehr als 100 Industrieunternehmen- und 40 000 Beschäftigten in Gewerbe, Handwerk und Industrie liegt bei rund 3,9 TWh, wovon aktuell nur 35 % aus erneuerbaren Ressourcen stammen. Die überwiegende Versorgung mit fossilen Energieträgern führt zu einem jährlichen Verlust regionaler Wertschöpfung von 200 Mio. €.

Das Sondierungsprojekt „Reallabor WEIZplus“ hat gezeigt, dass eine Versorgung der Region zu 100 % mit erneuerbaren Energieträgern aus regionalen Ressourcen möglich ist. Darüber hinaus wurde ein Energieeinsparpotenzial von 25% identifiziert, das durch ein breites Maßnahmenbündel realisiert werden kann.

Die Genossenschaft wird relevante Forschungs- und Umsetzungsprojekte entwickeln, finanzieren und betreiben und somit dezentral, unabhängig, gemeinschaftlich die Transformation des Energiesystems hin zu 100% erneuerbare-Energie entscheidend vorantreiben und prägen. Energieprojekte sollen größtenteils durch Finanzmittel aus der Region (Bürger*innenbeteiligung, Genossenschaftsanleihen, Regions-Energieanleihen, etc.) finanziert werden und somit sowohl Einfluss als auch der Nutzen in der Region bleiben.

Die Genossenschaft „EnergieZukunft WEIZplus eGen“ ist Träger des Innovationslabors und wird als nicht-wirtschaftlich genutztes und geführtes Innovationslabor fungieren, um die Transformation des Energiesystems in der Region proaktiv und selbstbestimmt voranzutreiben. Ein genossenschaftliches Modell eignet sich ideal, um die unterschiedlichsten Stakeholdergruppen in der Region gezielt einzubinden und für jede dieser Gruppen Mehrwert und Nutzen in den unterschiedlichen Innovationsvorhaben zu erzeugen. Ein wichtiger Beweggrund für den Aufbau und Betrieb eines Innovationslabors besteht darin, den zentralen Akteursgruppen des regionalen Innovationsökosystems, wie Gemeinden, KEM/KLAR, Partnerbetrieben der Industrie und KMUs, Energieversorgern und Netzbetreibern und vor allem der regionalen Bevölkerung eine übergeordnete Anlauf-, Informations-, Wissens- und Vernetzungsdrehscheibe zu bieten.

Die Ziele des Reallabors WEIZplus orientieren sich an drei Kategorien:

  • Energiewende konzipieren – Laufender Vergleich und Weiterentwicklung des bereits erstellten übergeordneten Energieversorgungsplans der Region (Planung, Steuerung, Datenmanagement, Energieraumplanung);
  • Energiewende proben – Gezielte Beantwortung der im Sondierungsprojekt identifizierten 22 konkreten Forschungsfragestellungen zur Transformation des Energiesystems; Bearbeitung in zu beantragenden nationalen und internationalen Forschungsprojekten; Die ersten prioritären Fragestellungen werden im Schwesternprojekt „FossilFree4Industrie“ mit 29 Projektpartner beantwortet und anhand von konkreten Demonstratoren umgesetzt;
  • Energiewende umsetzen – Die Genossenschaft EnergieZukunft WEIZplus entwickelt, finanziert, realisiert und betreibt Energieprojekte unter Einbindung der regionalen Stakeholder, Energienetzbetreiber und Energiekunden. Bei betriebswirtschaftlich besonders attraktiven Technologien (z.B. Groß-PV) werden generierte Gewinne über Umlageverfahren für die Finanzierung von ebenso notwendigen, aber wirtschaftlich nicht vergleichbar attraktiven Technologien (z.B. Energiespeicher, Energieeffizienzmaßnahmen) verwendet. So kann die Entwicklung des Energiesystems unmittelbar von der Energiegenossenschaft gesteuert und betrieben werden.

Am 21.Dezember 2023 wurde die Genossenschaft „EnergieZukunft WEIZplus e.Gen gegründet. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde von den anwesenden 17 Gründerinnen und Gründern Hannes Karner, der Bürgermeister von St. Margarethen an der Raab gewählt. Seine Stellvertreterin ist unsere Geschäftsführerin Barbara Hammerl. Die weiteren Aufsichtsräte sind die Bürgermeister Erwin Gruber (Gasen), Herbert Pillhofer (Pischelsdorf) und Christoph Stark (Gleisdorf). Die Betriebe werden von Christoph Brunner (GF Arbeitsgemeinschaft ERNEUERBARE ENERGIE GmbH) vertreten, die Forschung von Christian Fink (GF AEE INTEC), die Gründer von Dieter Thyr (GF Energieagentur Steiermark) und von unserem Kollegen Hans Schnitzer.

Kontakte:

Rafael Bramreiter, Energieagentur Steiermark, Mail: rafael.bramreiter@ea-stmk.at

Günther Maier, Innovationszentrum Weiz, Mail: guenther.maier@innovationszentrum-weiz.at

Ewald Selvička, AEE INTEC, Mail: e.selvicka@aee.at

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