Justurbanities – Lokale Workshops
Zwei Workshops, viele Ideen: Im StadtLABOR wurde Zukunft gedacht und gespielt, und zwar im Rahmen des Projekts Justurbanities. Der Local Foresight Workshop und der Local Game Jam zeigten, wie aus Szenarien spielbare Geschichten werden – und wie Stadtentwicklung gemeinsam Gestalt annimmt.
Wie könnte der Stadtteil EggenLend in der Zukunft aussehen – und wie lässt sich Stadtentwicklung so vermitteln, dass sie Menschen zum Mitgestalten einlädt? Diese beiden Fragen standen im Mittelpunkt von zwei lokalen Workshops, die das StadtLABOR im Rahmen des EU‑Projekts Justurbanities durchgeführt hat: einem Local Foresight Workshop und einem Local Game Jam.
Blick nach vorne: Der Local Foresight Workshop
Am 10. Dezember 2025 traf sich ein interdisziplinäres Team aus StadtLABOR‑Mitarbeitenden, um die Zukunft des Nachbarschaftszentrums Vor.Ort im EggenLend zu erkunden. Mithilfe zweier strukturierter Zukunftsmethoden – dem Future Wheel und dem Scenario Building – wurden mögliche Entwicklungen des Standorts bis ins Jahr 2030 durchgespielt.
Ausgehend von der Annahme, dass Vor.Ort im Jahr 2030 ein lebendiger, täglich geöffneter Treffpunkt ist, entstanden ganze Kaskaden möglicher Folgen: stärkere soziale Vernetzung, neue Mobilitätsmuster, Veränderungen in der lokalen Infrastruktur und innovative Modelle der Stadtteilverwaltung. In einer zweiten Arbeitsphase entwickelten zwei Gruppen alternative Zukunftsszenarien. Sie beschäftigten sich damit, welche Rolle Finanzierung, Governance, Beteiligung und Wirkungsmessung künftig spielen könnten.
Der Workshop zeigte, wie wertvoll es ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Gleichzeitig war er für das Team auch ein methodisches Lernfeld: Viele arbeiteten erstmals mit systemischen Zukunftswerkzeugen, die künftig auch in anderen Projekten Anwendung finden sollen.
Vom Denken ins Tun: Der Game Jam
Nur wenige Wochen später, am 13. Jänner 2026, wurde das Nachdenken über Zukunft (bei der StadtLABOR internen Klausur in Weiz) dann spielerisch beim Game Jam umgesetzt. Der Workshop diente als internes Trainings- und Co‑Creation‑Format, das die Erkenntnisse des Foresight-Workshops in kreative Mini‑Games übersetzen sollte.
In einer lebendigen Mischung aus Analyse, Gruppenarbeit und schnellem Prototyping entstanden zwei Spiele, die lokale Herausforderungen des EggenLend aufgreifen:
1. Green Spaces Grey Realities
Ein Team entwickelte ein Brettspiel, in dem farbenfrohe Aliens in ein graues Graz‑EggenLend reisen. Die Mission: die Stadt wieder zum Blühen bringen. Mit Samen, Wasser und kleinen Erfolgen kämpfen die Spieler*innen gegen Dürren, Stürme oder die „Beton‑Mafia“ und lernen ganz nebenbei, wie wichtig urbane Grünräume für Klima, Artenvielfalt und Wohlbefinden sind.

2. Commons Renaissance
Das zweite Spiel drehte sich um die sozialen Räume des Stadtteils. Zwei Teams treten gegeneinander an, um bislang ungenutzte Gemeinschaftsräume im Grätzl zu aktivieren. Begegnungen mit Nachbarinnen, Wohnbauträgerinnen und beteiligten Organisationen entscheiden darüber, ob ein Raum belebt – oder blockiert wird. Das Spiel zeigt, wie sehr Kooperation, Kommunikation und lokale Netzwerke darüber bestimmen, was in einem Stadtteil möglich wird.

Beide Prototypen knüpfen unmittelbar an die Themen aus Forschung und Foresight an: ökologische Resilienz, gemeinschaftliche Infrastruktur und das Navigieren komplexer urbaner Herausforderungen. Und sie zeigen, wie stark Spiele sein können, um Stadtentwicklung leichter verständlich und erfahrbar zu machen.
Gemeinsame Erkenntnis
Die beiden Workshops machten deutlich: Wenn Menschen gemeinsam denken, spinnen, zeichnen, rätseln und ausprobieren, entsteht nicht nur fachliches Wissen – sondern auch ein gemeinsames Bild davon, wie sich Stadt anfühlen soll.
Justurbanities verbindet genau diese beiden Qualitäten: Zukunftskompetenz und Spielfreude. Und der Stadtteil EggenLend war dafür der perfekte Ausgangspunkt.



