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Nachlese zur Stadt.Mahlzeit und zum Leiner Living Lab – vom gemeinsamen Essen zum gemeinsamen Gestalten von Zukunft

08.05.2026 Living Lab
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08.05.2026 Living Lab
08.05.2026 Living Lab
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08.05.2026 Living Lab
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Wie ein Haus der Zukunft in Graz entstehen kann, zeigte sich im Mai im Leinerhaus in zwei aufeinander aufbauenden Formaten. Den Auftakt bildete die Stadt.Mahlzeit am 30. April 2026, die sich dem Thema Inner Development Goals widmete – also jenen inneren Fähigkeiten und Haltungen, die es braucht, um komplexe gesellschaftliche Transformationen und die Stadt der Zukunft wirksam zu gestalten. Gemeinsam mit Jörg Anhofer von SustainX wurde diskutiert, wie Kompetenzen wie Selbstreflexion, Empathie, Kooperationsfähigkeit und gemeinsames Handeln konkrete Veränderung ermöglichen – gerade auch in Stadtentwicklung und Klimaschutz.

Beim Leiner Living Lab „Ein Tag für die Annenstraße“ am 8. Mai 2026 wurde das ehemalige Leiner-Haus in der Annenstraße zu einem offenen Dialog‑, Lern‑ und Experimentierrraum, in dem diese Haltungen praktisch wirksam werden konnten – mitten in der Stadt, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und konkret erlebbar. Den ganzen Tag über kamen Menschen direkt von der Straße herein, blieben stehen, diskutierten mit, beteiligten sich an Workshops, hörten zu, stellten Fragen und brachten ihre eigenen Perspektiven ein. Genau so, wie man sich ein Living Lab mitten in der Stadt vorstellt. Im Fokus standen dabei zentrale Zukunftsfragen entlang der Annenstraße:

  • Was bewegt die Menschen hier heute?
  • Wie könnte die Annenstraße 2040 aussehen?
  • Und welche Rolle können neue Nutzungen von Leerständen und eine andere Gestaltung des öffentlichen Raums spielen – als Antwort auf Klimakrise, soziale Herausforderungen und wirtschaftlichen Wandel?

Aktionen, Ausstellungen, Studierenden-Projekte und Diskussionen machten deutlich, welches Potenzial in einer temporären Zwischennutzung als Experimentierraum für Stadtentwicklung steckt. Neben der Uni Graz, TU Graz, Kunstuni Graz und FH Joanneum waren u.a. auch die Gesundheitsdrehscheibe, das Umweltamt und die Wirtschaftsabteilung der Stadt Graz mit dabei. Das Seddwell Center hat mit gutem Essen, einer offenen Willkommenskultur und viel Herz zur besonderen Atmosphäre des Tages beigetragen.

Als StadtLABOR haben wir einen Co‑Design‑Workshop zum Haus der Zukunft für junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren gestaltet. In wertschätzender Atmosphäre wurde gemeinsam darüber gesprochen,

  • was junge Menschen in Graz bewegt,
  • welche Sorgen, Wünsche und Anliegen sie haben,
  • wofür sie sich einsetzen möchten,
  • und wie ein Ort aussehen müsste, an dem sie sich wirklich einbringen und langfristig aktiv werden würden.

Die Ergebnisse waren klar, ehrlich und inspirierend: Das Haus der Zukunft soll kein fertiges Konzept sein, sondern ein offener Möglichkeitsraum. Ein Ort, der Sicherheit bietet und gleichzeitig zum Ausprobieren ermutigt, der Begegnung ermöglicht und Raum für eigene Ideen, Projekte und Engagement schafft. Ein Ort, an dem junge Menschen nicht eingeladen sind, „mitzudenken“, sondern mitzuentscheiden und mitzuhandeln.

Ein weiterer inhaltlicher Höhepunkt war die Filmpremiere von „Potenziale der Erdgeschoßzone“ von Architekt und Filmemacher Philipp Roßbach sowie die anschließende Podiumsdiskussion bei der auch unsere Geschäftsführerin Barbara Hammerl am Podium vertreten war. Es herrschte Konsens über den Mehrwert von offenen, zugänglichen und experimentellen Räumen für Graz. Orte,

  • an denen Menschen ihre Ideen und Anliegen für eine lebenswerte Stadt einbringen können,
  • an denen gemeinsam Projekte initiiert und umgesetzt werden,
  • die demokratiestärkend wirken, weil sie echte Beteiligung und Mitgestaltung ermöglichen.

Auch die Wissenschaft möchte und muss sich stärker gegenüber der Stadtgesellschaft öffnen, um den Austausch zwischen Forschung und Praxis zu intensivieren. Für Stadtpolitik und Stadtverwaltung bietet ein solcher Ort zudem einen Kommunikations‑ und Dialograum, um städtische Anliegen, Strategien und Zukunftsfragen transparent zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Ein Living Lab bzw. ein Haus der Zukunft kann somit genau diese Brücke schlagen – zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Die vielen Gespräche, neuen Kontakte und spontanen Ideen an diesem Tag haben eines klar gemacht: Das Bedürfnis nach solchen Orten ist da – und es ist groß.

Am Freitag, den 12. Juni 2026 geht das Leiner Living Lab in die nächste Runde: Informationen dazu gibt es in Kürze hier: https://stadt-land-ideen.at/de-DE/events/e58b3561-ef29-451b-a001-bcb700ee7438