Zum Inhalt

Justurbanities – LTTA Reggio Emilia

Game Jam in Reggio Emilia

Vom 27. bis 30. Jänner traf sich das internationale Justurbanities‑Projektkonsortium in Reggio Emilia, um vier intensive Tage lang an Spielideen zu arbeiten, die soziale, ökologische und ökonomische Krisen sichtbar machen und mögliche Umgangsstrategien spielerisch erlebbar machen sollen. Der sogenannte LTTA (Learning, Teaching and Training Activity) war als Game Jam aufgebaut und verband Methodenwerkstatt, Austauschformat und kreative Entwicklungsphase zu einem gemeinsamen Arbeitsprozess.

Nach einer Einführung in Stadt, Projekt und Zielsetzungen startete die Gruppe mit ersten kreativen Übungen, um Erwartungen, Themenfelder und Zielgruppen zu schärfen. Lokale Game Jams wurden vorgestellt, die bereits in den Partnerländern stattgefunden hatten und wichtige Impulse für die gemeinsame Arbeit lieferten. In Kleingruppen wurden anschließend Personas, Szenarien und mögliche Spielmechaniken erarbeitet. Damit entstand Schritt für Schritt ein gemeinsamer Blick darauf, welche Krisen und Herausforderungen im Spiel abgebildet werden sollen und wie diese für zukünftige Spieler*innen erfahrbar gemacht werden können.

An den folgenden Tagen widmete sich das Team intensiv der Struktur, Story und Grundmechanik des Spiels. Die „Hero’s Journey“ diente als erzählerisches Grundgerüst, um mögliche Situationen und Wendepunkte im Spiel zu definieren. Die Teilnehmenden entwickelten erste Prototypen, testeten sie in mehreren Runden, verfeinerten die Abläufe und diskutierten darüber, wie komplexe gesellschaftliche Themen zugänglich und gleichzeitig ernsthaft dargestellt werden können. Verschiedene Orte in Reggio Emilia – darunter das Gattaglio Social Center, das Tecnopolo und das internationale Loris‑Malaguzzi‑Zentrum – boten inspirierende Umgebungen für diese Arbeit.

Im Zentrum stand stets die Frage, wie ein Spiel helfen kann, Zusammenhänge zu verstehen, Entscheidungsprozesse zu reflektieren und neue Perspektiven einzunehmen. Der Austausch innerhalb des Konsortiums zeigte, wie unterschiedlich Erfahrungen aus Städten und Regionen Europas sind und wie wertvoll es ist, diese in etwas Gemeinsames zu übersetzen. Das Ergebnis der vier Tage ist ein solider Grundentwurf für das zukünftige Justurbanities‑Spiel, das über spielerische Zugänge gesellschaftliche Veränderungen begreifbar machen will.

Mit der abschließenden Präsentation und Feedbackrunde am 30. Jänner endete der LTTA. Die nächsten Schritte betreffen nun die Weiterentwicklung der Spielmechaniken, das Feintuning der Inhalte und die Vorbereitung auf weitere Testphasen. Reggio Emilia bot dafür einen intensiven, inspirierenden Rahmen, der die Vielfalt der Partner und Zugänge sichtbar machte – und gleichzeitig zeigte, wie gut ein gemeinsames Ziel kreative Energien bündeln kann.